Sterben und Tod, Einstellungen zu

 

(= E.) [engl. dying and death, attitudes toward], [EM, GES, PER], bez. Vorstellungen und Gefühle beim Gedanken an das Sterben (Sterbeprozess) einerseits und an den Tod (Totsein) andererseits. Dabei kann der Angesprochene z. B. als Sterbender selbst unmittelbar von Sterben und Tod betroffen sein, muss aber nicht. E. sind aber auch ein (Persönlichkeits-)Merkmal (Persönlichkeitsmerkmal) des gesunden Menschen. Man kann den Bezug auf die eigene Person (mein Sterben, mein Tod) vom Bezug auf andere Personen (sein/ihr Sterben bzw. Tod) unterscheiden. Bei der Angst vor Sterben und Tod handelt es sich um Unbehagen, Unruhe etc. beim Gedanken an Sterben und/oder Tod mit oder ohne akute Bedrohung des Lebens und im letzteren Falle daher um Ängstlichkeit (trait). Korrelationsstudien zeigen bei Nicht-Sterbenden eine mäßige inverse Beziehung zw. der Angst vor Sterben und Tod und solchen Persönlichkeitsmerkmalen, die psych. Gesundheit ausmachen. Frauen äußern stärkere Angst vor Sterben und Tod als Männer. Alte Menschen äußern schwächere Angst vor dem eigenen Tod als Menschen im mittleren Lebensalter, jedoch stärkere Angst vor dem eigenen Sterben. Zw. der Angst vor dem eigenen Tod und intrinsischer Religiosität besteht eine umgekehrt u-förmige Beziehung. Beim Akzeptieren von Sterben und Tod unterscheidet man zw. neutralem Akzeptieren (Sterben und Tod werden als natürliche Bestandteile des Lebens gleichsam wertfrei anerkannt), annäherungsorientiertem Akzeptieren (Glaube an ein erstrebenswertes Danach) und vermeidend-resignativem Akzeptieren (Flucht aus schwer erträglichen Lebensumständen bzw. Sichfügen in das Unvermeidliche). Je nach der Art des Akzeptierens besteht keine oder eine mäßig neg. Korrelation mit der Angst vor Sterben und Tod.

Verwendete Literatur

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