Steuerung, psychologische

 

(= psychol. S.) [engl. psychological regulation], [KOG], Die Bedeutung des Terminus Steuerung (= S.) wird in den versch. Teilgebieten der Ps. verschieden akzentuiert. S. spielt in den Bewusstseins- und Aufmerksamkeitstheorien im Sinne der Handlungssteuerung eine zentrale Rolle. In der Verhaltenswiss. spielt die S. als Vorläufer kybernetischer Theorien (Kybernetik) und in der kogn. Ps. i. S. motorischer Handlungsorganisation eine Rolle. (1) «Handlungssteuerung». Bei B. F. Skinner wird Verhalten von der Genetik, seiner umweltbestimmten Geschichte sowie von der Person selbst gesteuert, d. h., wir können kein Leben ohne Steuerung wählen. Auch der Psychoanalytiker H. Hartmann betrachtete S. als Moment der Anpassung an die Umwelt. (2) Vorläufer der kybernetischen Theorie der S. Bei Karl Bühler findet S. als zweckvolle, gegenseitige Beeinflussung des Verhaltens in tierischen und menschlichen Gemeinschaften statt. Jedes Mitglied der Gemeinschaft ist dabei zugleich ein Sender, ein Aktionssystem und ein Empfänger. N. Bischof benutzt den Begriff S. im Sinne gerichteter Wirkung, d. h., ein Signal verändert ein anderes. Diese Konzeption findet sich auch in der Kybernetik. Miller et al. (1960) beschreiben in dieser Tradition bei Betrachtung der Test-Operate-Test-Exit (TOTE)-Einheit allg. Formen der Verhaltenssteuerung im Sinne von Ablauffolge. (3) S. in der kogn. Ps. R.M. Shiffrin und W. Schneider schlagen eine Zwei-Prozess-Theorie der menschlichen Informationsverarbeitung vor, die zw. automatischen und gesteuerten Prozessen unterscheidet, welche Aufmerksamkeit beanspruchen und kapazitätbeschränkt sind.

Verwendete Literatur

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