Stigmatisierung durch Psychotherapie

 

(= S.) [engl. stigmatization], [KLI], ein Stigma [gr. Brandmal, Stich] ist etwas, wodurch jemand deutlich und meist in neg. Weise gekennzeichnet ist. In der Sozialwiss. steht Stigma für eine Beziehung zw. einer persönlichen Eigenschaft und einem Stereotyp. Durch S. werden persönliche Eigenschaften etikettiert. Aufgrund dessen wird die betroffene Person mit unerwünschten Charaktereigenschaften in Verbindung gebracht. Folglich wird ihr als «Fremde» der Zugang zur gesellschaftlichen Mitte verwehrt. Reelle Diskriminierung kann folgen. S. durch Psychoth. ist die S. einer Person aufgrund ihrer bekannt gewordenen psychoth. Behandlung. Kult. Grundlage für die S. sind weitverbreitete falsche Annahmen wie: Psych. Störungen seien unheilbar, die bloße Konsultation eines Psychiaters oder Psychotherapeuten spreche für ernste Zweifel an der Gesundheit oder psych. Störungen wurzelten in moralischen Verfehlungen. Vorurteile werden durch die verzerrte Darstellung von Psychotherapeuten und Psychiatern in den Medien und durch mangelndes Wissen in der Bevölkerung gestärkt. Vermutlich verhindert Angst vor S. oder Selbsts. in vielen Fällen die angemessene Inanspruchnahme psychoth. Behandlung.

Verwendete Literatur

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