Stimmungsübertragung

 

(= S.) [engl. mood transfer], [EM, KOG], (biol.) Übertragung bzw. Auslösung einer Handlungsbereitschaft durch «ansteckende» Verhaltensäußerungen. So kann durch Verhaltensäußerungen einzelner Tiere das Verhalten einer ganzen Gruppe beeinflusst werden: In Abflugstimmung befindliche Graugänse z. B. beginnen umherzuwandern, schütteln den Kopf bei gestrecktem Hals und rufen, bis der gesamte Schwarm hiervon ergriffen wird und gemeinsam auffliegt. S. durch Rufäußerungen ist auch beim Sich-Niederlassen großer Vogelschwärme zu beobachten. S. wird in der Ethologie auch für den Zusammenhalt von Vogel- sowie Fischschwärmen verantwortlich gemacht. Ferner: Isolierte Hühner, die sich satt gegessen haben, fangen sofort wieder an, wenn sie andere picken sehen. Erklärt werden diese Reaktionen durch Wiederauslösung unterschwelliger Handlungsbereitschaft. Auch das menschliche Gähnen kann als eine (schläfrig machende) S. interpretiert werden. Für eine solche S. werden als physiologisches Substrat sog. Spiegelneurone als verantwortlich angenommen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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