Stimuluskontrolle

 

(= S.) [engl. stimulus control], [KLI, KOG], nach den Grundlagen der modernen Verhaltenstheorie ist menschliches Verhalten ganz eng mit situationalen Bedingungen verknüpft (Verhaltensgleichung nach Kanfer). I. R. der S. wird versucht, die für ein (erwünschtes) Verhalten relevanten Situationen so zu verändern, dass die zukünftige Wahrscheinlichkeit für dieses Verhaltens erhöht wird. Im Prinzip kann auch die Person selbst Bedingungen schaffen, die zukünftiges Verhalten entspr. beeinflussen (z. B. Kauf von Wanderschuhen, Vereinbarung einer Wanderung mit Freunden). Entscheidend bei S. ist also, dass eine weitgehend automatisierte Verhaltenskette unterbrochen und durch ein neues Arrangement von situativen Bedingungen die Wahrscheinlichkeit für das Zielverhalten erhöht wird. Dieses Prinzip gilt natürlich auch für den umgekehrten Fall, dass nämlich die Wahrscheinlichkeit für unerwünschtes Verhalten durch eine Einschränkung situativer Bedingungen reduziert wird (z. B. Rauchen). Für den Einsatz von S. gibt es mehrere Möglichkeiten: (1) Ausweiten und Beschränken von Bedingungen, z. B. die Erleichterung von Verhalten durch Bedingungen, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen bzw. reduzieren; (2) Kontrakte und verbale (oder schriftliche) Vereinbarungen (contract management), (3) Steuerung des Verhaltens durch verbale Stimuli, z. B. durch Selbstinstruktion. Falls S. i. R. externer Steuerung realisiert wird, ist es unabdingbar, dies in Richtung der mit dem Pat. vereinbarten Ziele und unter max. Transparenz durchzuführen. Bes. sinnvoll ist es, die Kontrolle – spez. gegen Ende des therapeutischen Prozesses – schrittweise und vermehrt an den Pat. zu übergeben, damit eine entspr. Stabilisierung des Verhaltens unter den Bedingungen der natürlichen Umgebung erfolgen kann.

Verwendete Literatur

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