Störungen des Sozialverhaltens, Psychopharmakotherapie

 

[engl. conduct disorders, psychopharmacotherapy], [KLI, PHA], medikamentöse Therapie hat einen nachrangigen Stellenwert in der Behandlung der Störungen des Sozialverhaltens (= SSV.). Sollte ein Einsatz von Psychopharmaka erwogen werden, ist zu bedenken, dass eine psychopharmakol. Therapie nur impulsiv-aggressive Symptome abbauen. Eine instrumentell eingesetzte Aggression lässt sich bislang nicht erfolgreich mit Medikamenten behandeln. Atypische AntipsychotikaStimmungsstabilisierer und Psychostimulanzien werden eingesetzt, um Aggressivität zu behandeln. Unter den atypischen Antipsychotika ließ sich für Risperidon eine hohe Wirksamkeit nachweisen. Diese Substanz ist zugelassen für die «symptomatische Kurzzeitbehandlung (bis zu 6 Wochen) von anhaltender Aggression bei Verhaltensstörung bei Kindern im Alter ab 5 Jahren». Im Vgl. hierzu erzielen Lithium und Valproinsäure als Phasenprophylaktika nur kleine Effektstärken. Für den Fall der Behandlung der Komorbidität mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung hat sich als Psychostimulanz Methylphenidat sehr gut bewährt. Insges. gelten die Medikamente als relativ gut verträglich.