Stressbewältigungstrainings

 

(= S.) [engl. stress management training], [GES, KLI], haben eine Verbesserung der indiv. Stressbewältigung zum Ziel. Sie beruhen zum einen auf der biopsychol. Stressforschung, wonach neuroendokrine und vegetative Stressreaktionen längerfristig die Gesundheit gefährden können. Zum anderen beziehen sich S. auf transaktionale Stressmodelle, wonach Stress weniger durch die Anforderungen an sich als vielmehr durch deren subj. Interpretation und die eingesetzten Bewältigungsstrategien erzeugt wird. Grundsätzlich lassen sich drei Ansatzpunkte für S. unterscheiden: (1) die belastenden Situationen selbst mit dem Ziel, diese abzubauen (instrumentelles Stressmanagement), (2) stressbezogene Bewertungen und Einstellungen mit dem Ziel, diese zu erkennen und zu verändern (mentales Stressmanagement) und (3) körperliche und psych. Stressreaktionen mit dem Ziel, diese zu regulieren und für Ausgleich zu sorgen (palliativ-regeneratives Stressmanagement).

S. integrieren i. d. R. mehrere unterschiedliche Interventionsmethoden wie psychophysiol. Entspannungsverfahren (z. B. progressive Muskelentspannung, Autogenes Training), kognitive Um-/Restrukturierung, die Vermittlung von Kompetenzen zum Selbstmangement in Bereichen wie systematisches Problemlösen, Zeitmanagement und persönliche Arbeitsorganisation sowie ein Training von selbstbehauptendem Verhalten. Ferner sind körperliche Aktivitätsprogramme sowie Anleitungen zu einer erholsamen Freizeitgestaltung und zum Aufbau eines unterstützenden sozialen Netzes häufige Bestandteile von S. S. kommen v. a. primärpräventiv (Prävention) in der allg. und betrieblichen Gesundheitsförderung zum Einsatz. Sie werden auch sekundarpräventiv z. B. bei essenzieller Hypertonie oder Spannungskopfschmerzen eingesetzt. Klin. Anwendungen von S. bestehen u. a. bei der Behandlung von somatoformen Störungen und psychovegetativen Erschöpfungszuständen sowie in der kardiologischen Rehabilitation.

Verwendete Literatur

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