Struktur

 

(= S.) [engl. structure; lat. structura Bau, Ordnung], [PHI], (1) die S. ist der formale Aufbau von Ordnungsverhältnissen in einem Zusammenhang. Der Begriff ist sowohl in den Natur- wie in den Geisteswissenschaften wichtig. Ausgedehnten Gebrauch macht besonders die Chemie von ihm, indem sie den Aufbau von Molekülen in best. Anordnung durch Strukturen (Strukturformeln) darstellt. (2) Dilthey führte den Strukturbegriff in die Geisteswissenschaften ein. Er bezeichnet nach ihm das seelisch-geistige Leben als gegliedertes Gefüge (= Ganzheit), das nicht aus Teilen zus.gesetzt und ein Wirkungsgefüge von teleologischem (zielgerichtet) Charakter ist und von seiner Ziel- und Zweckgerichtetheit her verstanden werden kann. Die geisteswissenschaftliche Psychologie übernahm den Strukturbegriff und baute ihn zum Aufbaugesetz der geistigen Welt aus (Spranger). Durch dieses Strukturgesetz kann sowohl die indiv. Welt eines Menschen als auch eine ganze Kultur (obj. Geist) begriffen werden. (3) In der Ganzheitspsychologie ist die S. ein denknotwendig zu den Erlebnissen hinzugedachtes Prinzip, das die Erklärung seelischer Erscheinungen vom Range der Ganzheit erst möglich macht. (4) In der Gestaltpsychologie ist die S. im Erleben als Aufbau, Anordnung und Gliederung sowohl der «stehenden» Gebilde (wie in der Gesichtswahrnehmung) als auch der in der Zeit verlaufenden wie Melodie, Bewegungen, Handlung, Denkprozesse (Denken) usw. direkt anschaulich gegeben. Die S. bestimmt mit ihren dynamischen Faktoren Art und Größe der durch sie gegebenen Funktionen. (5) S. ist auch ein Begriff für den Ordnungsgrad in der Informationstheorie.

Referenzen und vertiefende Literatur

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