Suggestion

 

(= S.) [engl. suggestion; lat. sugerere unterschieben, eingeben], [EM, KLI, KOG, SOZ], ein bes. Weg der Übertragung. «S. ist die Beeinflussung des Denkens, Fühlens, Wollens oder Handelns eines Menschens unter Umgehung seiner rationalen Persönlichkeitsanteile auf der Grundlage eines zw.menschlichen Grundvollzuges, der zur affektiven Resonanz führt» (Stokvis & Pflanz, 1961). Diese Def. legt das Gewicht auf die Interaktion. S. ist aber ebenso Begriff für die Fähigkeit des Suggerierenden (Suggestivität), für die suggestive Empfänglichkeit (Suggestibilität) und für den in die S. eingegebenen Inhalt. Die Suggestibilität ist abhängig von der habituellen Persönlichkeitsstruktur (Denk- und Urteilsfunktion, Selbstständigkeit), weiterhin vom Alter und Geschlecht (bei Kindern und Frauen angeblich erhöht) und von der aktuellen Situation (erhöht bei Angst, unbest. Wahrnehmungsfeld, Mangel an mitmenschlicher Beziehung, im leichten Schlaf, unter der Wirkung best. Pharmaka, in der Masse und in der Hypnose). Auch die Suggestivität erfordert eine herabgesetzte Kritik, ferner Sicherheit und Überlegenheit. Der S.inhalt muss auf die Erwartungen des Suggerendus, seine Intelligenz, Kultur und ethischen Prinzipien abgestimmt sein. Die Psychoanalyse versteht unter S. «die Wiederbelebung früherer Objektbeziehungen», was eine Regression voraussetzt. Als wesentlichste Teile der S. ergeben sich demnach: (1) eine affektive Gemeinschaftsbildung, (2) die Umgehung rationaler Persönlichkeitsanteile, (3) das Bedürfnis zur Introjektion aufseiten des Suggerendus. Die Partnerschaft ist bei der S. vorgegeben und auf ein gemeinsames Wertziel ausgerichtet, die Partner sind durch «Rückkoppelung» verbunden und fühlen sich trotzdem frei, denn ihre Zus.arbeit bleibt ihnen bewusst. Aussagesuggestion.

Referenzen und vertiefende Literatur

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