sunk-cost effect

 

(= S.) [engl. sunk versunken cost Kosten], syn. sunk-cost fallacy [engl. fallacy Trugschluss], Steigerung des Einsatzes [engl. escalation of commitment], irrationale Beharrlichkeit, [EM, KOG, SOZ, WIR], als S. bez. Arkes und Blumer (1985) die Tendenz, ein Vorhaben (z. B. ein Projekt, eine Investition, eine Beziehung) fortzusetzen, wenn bereits eine Investition in Form von Geld, Anstrengung (Energie) oder Zeit getätigt wurde, also versunkene Kosten entstanden sind. Die bereits getätigten Investitionen beeinflussen die Entscheidung über zukünftige Investitionen und führen in Folge dazu, dass «gutes Geld schlechtem hinterhergeworfen wird» und im extremen Fall zu einer Eskalation des Commitment (z. B. Vietnamkrieg, Bieterverhalten bei Auktionen). Das Ausmaß des S. ist größer, wenn eine Person selbst für die vergangenen Kosten verantwortlich oder persönlich in die Entscheidungsprozesse und ihre Folgen involviert ist. Dieses aus entscheidungstheoretischer Perspektive irrationale Verhalten wurde erstmals ausführlich in der Prospect-Theorie (Kahneman & Tversky, 1979) beschrieben. Der S. verletzt die Annahmen der neoklassischen ökonomischen Entscheidungstheorie, wonach versunkene Kosten, da sie unwiederbringbar sind, bei einer gegenwärtigen oder zukünftigen Entscheidung keine Rolle spielen dürfen. Da vergangene Kosten unabhängig von den Entscheidungsalternativen bestehen, sollten nur inkrementelle und zukünftige Kosten im Entscheidungsprozess berücksichtigt werden. Als Ursache des S. kann einerseits Verlustaversion angeführt werden und andererseits das Bedürfnis, nicht verschwenderisch zu erscheinen. 

Verwendete Literatur

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