Surrogatkriterium

 

(= S.) [engl. surrogate criterion; lat. surrogatum Ersatz], [FSE], bezeichnet abhängige Merkmale (Variable, abhängige) in einer Evaluationsstudie, von denen – theoret. oder empir. basiert – angenommen wird, dass sie in Zusammenhang mit den Zielkriterien der Studie stehen. Bspw. kann (1) bei der Evaluation einer Suizidpräventionsmaßnahme die Verringerung von Depressivitätswerten im Verlauf der Behandlung als günstig angesehen werden, um das eigentliche Zielkriterium Ausbleiben von Suizidversuchen zu erreichen. Der Nachweis der Wirkung auf das S. kann jedoch nicht gleichgesetzt werden mit dem Nachweis der Wirkung auf das Zielkriterium. (2) Generell kann die Zufriedenheit mit einer Maßnahme i. d. R. nur als S. gelten, da dadurch nicht erfasst wird, ob sich das zu modifizierende Merkmal (z. B. Zielkriterium soziale Kompetenz bei einem Training zur sozialen Kompetenz) tatsächlich auch entspr. verändert. (3) Bei psychiatr. erkrankten Straftätern aus dem Maßregelvollzug ist die Veränderung von Persönlichkeitsmerkmalen als günstiges S. anzusehen. Die Evaluation der tatsächlichen Legalbewährung nach Entlassung (Zielkriterium) kann hierdurch jedoch keineswegs ersetzt werden. Ein S. gibt plausible Hinweise auf die Wirksamkeit einer Maßnahme, darf aber nicht als zentrales Kriterium zur Evaluation der Wirksamkeit einer Maßnahme verwendet werden. Endpunkte; primäre, sekundäre, tertiäre, Outcome.

Referenzen und vertiefende Literatur

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