Symbol

 

(= S.) [engl. symbol; gr. συμβάλλειν (symballein) zusammenfügen, σύμβολον (symbolon) Erkennungs(merkmal)], [KLI, KOG], Zeichen, Kennzeichen, auch Sinnbild, das eine best., nicht ohne Kenntnis des Zusammenhangs ersichtliche Bedeutung ausdrückt oder sogar für einen geheimen Sinngehalt steht. Das S. ist rational-irrational. Beispiele für solche Symbolik sind: religiöse Zeichen (Kreuz), viele Regeln des sozialen Lebens (Verbeugung u. a. m.), die sog. Blumensprache. Symbolgehalte im Erleben und Handeln sind bes. von der Psychoanalyse untersucht worden. So sollen best. Begriffe die Bedeutung von Sexualsymbolen besitzen. Eine große Rolle spielen die Symbole im Traum, in dem die latenten Traumgedanken sich in symbolisch verkleideter Form zeigen. In der Analytischen Psychologie wird das S. deutlich unterschieden vom Zeichen, das stellvertretend steht, wie z. B. die Flagge für den betreffenden Staat. Das S. ist komplexer Natur und enthält Bewusstes und Unbewusstes (bewusst – unbewusst), Rationales und Irrationales, ist zugleich Bild und Dynamik und spricht die vier Funktionen Denken, Fühlen, Intuieren und Empfinden an. Wegen dieser vermittelnden Funktion hat das S. große Bedeutung im Energiehaushalt der Psyche, denn es vermag als «Energietransformator» (Jung) vom unbewussten Bild zur bewussten Erkenntnis zu führen und als Vereinigung von Gegensätzlichem heilend zu wirken. S. begegnen uns vor allem in den Gestaltungen des Unbewussten wie Träumen, Bildern, Märchen, Mythen und in Kunst und Religion. S. ist außerdem eine spez. Klasse von Zeichen, bei der die Beziehung von Zeichenform und Bezeichnetem (Bedeutung) durch Konvention geregelt wird. Die S.zeichen werden damit von allen jenen Zeichen abgehoben, bei denen eine natürliche Beziehung zwischen Zeichenform und Bezeichnetem angenommen wird, wie es beim ikonischen Zeichen und beim Indexzeichen der Fall ist. Die wichtigste Gruppe der S.zeichen sind die Wörter natürlicher Sprachen. Nach dem Prinzip der Arbitrarität zw. Zeichenform und Bedeutung bei diesen Zeichen kann aus den Wortformen im Normalfall nicht auf Eigenschaften der durch die Wortform bezeichneten Gegenstände oder auf ihre Bedeutung geschlossen werden. Dies erklärt, warum gleichen Gegenständen oder Sachverhalten in den versch. natürlichen Sprachen versch. Zeichenformen zugeordnet werden.