Sympathikomimetika

 

(= S.) [engl. sympathomimetics], [BIO, PHA], Substanzen, die zu Erregung des Sympathikus (Nervensystem) führen. Man unterscheidet zw. indirekten S., die die Wirkung von Noradrenalin an den postganglionären sympathischen Synapsen verstärken (Förderung der Freisetzung oder Hemmung der Inaktivierung), und direkten S., die die Wirkung von Adrenalin und/oder Noradrenalin an den postsynaptischen Rezeptoren nachahmen. Nach Art der beeinflussten Rezeptoren werden Alpha- und Beta-S. unterschieden. Eine Gleichsetzung der S. mit Adrenergika ist, obwohl häufig vorgenommen, problematisch, weil (1) das sympathische System nicht allein durch Noradrenalin oder Adrenalin bzw. verwandte Substanzen erregt wird und weil (2) viele adrenerge Substanzen auch auf das ZNS wirken, ohne dass das periphere sympathische System erregt wird. Viele S. haben zugleich starke zentrale Effekte und sind als Psychostimulanzien zu betrachten. Wirkungen von S. sind unterschiedlich entspr. den Wirkungsmechanismen und den zusätzlich veränderten physiol. Systemen. Nach den Wirkungsmechanismen können Substanzen, die direkt an den Rezeptoren angreifen (Rezeptorenblocker), von solchen, die die Biosynthese oder Speicherung der Catecholamine beeinflussen, differenziert werden. Nach Angriffsorten können Alpha- oder Beta-Rezeptoren unterschieden werden. Die Effekte von S. auf das Verhalten sind vollkommen unterschiedlich. Es finden sich sowohl stimulierende als auch desaktivierende Effekte. VNS-Pharmaka.