System, soziales

 

(= s.S.) [engl. social system], [SOZ], das allgemeinste und fundamentale Merkmal eines Systems ist die wechselseitige Abhängigkeit (Interdependenz) von Teilen oder Variablen (Parsons & Shils, 1951). Da mit Interdependenz eine Ordnung der Beziehungen zw. den Komponenten (i. Ggs. zur Zufälligkeit der Variabilität) gemeint ist, trifft diese Def. auf soziale Gruppen zu, in denen eine Tendenz zum Gleichgewicht und zur Erhaltung der Grenzen (auch bei Wechsel der einzelnen Glieder) besteht. Daraus folgt, dass es hinsichtlich der Verträglichkeit (Kompatibilität) einzelner Teile mit dem s.S. Grenzen gibt. Die wichtigsten Prozesstypen für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts sind Allokation und Integration, also eine dem Gleichgewicht dienende Anordnung der Teile, und die Prozesse der Vermittlung mit der Umgebung der s.S., die bei der Variabilität der äußeren Verhältnisse Eigenschaften und Grenzen des s.S. aufrechterhalten. Für Parsons und Shils sind Persönlichkeit und s.S. zwei verschiedene Systeme, die nicht aufeinander reduzierbar sind. Es gibt aber Gemeinsamkeiten: (1) Beide Systeme sind aufgebaut aus den Komponenten der Handlung; (2) beide Systeme sind vom Typ der «Grenzen bewahrenden» und selbsterhaltenden Systeme; (3) beide Systeme durchdringen sich: Persönlichkeit kann nicht ohne das s.S. existieren und umgekehrt. Informationsverarbeitungssystem.

Referenzen und vertiefende Literatur

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