Täuschungsindikatoren, nonverbale und paraverbale

 

[engl. non- and paraverbal indicators of deception], [RF], vermutlich durch den Einfluss von Sigmund Freud gilt es heute als Binsenweisheit, dass sich Täuschung in beobachtbaren Lügensignalen widerspiegelt. Nach dem Erregungsansatz wird angenommen, dass nonverbale, d. h. visuell wahrnehmbare Verhaltensweisen wie Blickabwendung oder Arm-, Hand- und Beinbewegungen als Anzeichen von Täuschung anzusehen sind (nichtverbale Kommunikation). Auch paraverbale Verhaltensweisen, wie z. B. die Erhöhung der Stimmfrequenz oder verlangsamte Reaktionszeiten bei Fragen werden als Indikatoren von Täuschung angenommen. Dabei wird vielfach übersehen, dass diese Symptome auch bei Unschuldigen auftreten, die z. B. einer Straftat verdächtigt werden. Mehrere Metaanalysen haben gezeigt, dass die meisten der untersuchten nonverbalen und paraverbalen Verhaltensweisen nur sehr geringe, zum Teil sogar erwartungswidrige Zusammenhänge mit Täuschung zeigen, d. h., eher mit einer Abnahme als einer Zunahme dieser Verhaltensweisen einhergehen. Wenn überhaupt Zusammenhänge erkennbar sind, dann sind sie meist von einer Reihe von Moderatorvariablen wie z. B. der Gelegenheit zu Planung und Motivation abhängig. Aussagepsychologie, Glaubhaftigkeitsbegutachtung.

Verwendete Literatur

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