Teleologie

 

(= T.) [engl. teleology; gr. τέλος (telos) Ziel, λόγος (logos) Lehre], [EM, PHI], Lehre von der Zweckmäßigkeit und dem Zweckbestimmtsein alles menschlichen wie auch geschichtlichen und natürlichen Handelns (Handlung) und Geschehens. Teleologisch bedeutet auf ein Ziel oder einen Zweck bezogen, einen Zweck unterstellend. Die teleologische Betrachtung ist metaphysisch, wenn sie in Analogie zu menschlichen Zwecken und Zielsetzungen auf Außermenschliches schließt. Die T. ist im logischen Sinn die Umkehrung der Kausalität, da ein gegenwärtiges Phänomen aus seiner zukünftigen Bestimmung, d. h. ein zeitlich Früheres aus zeitlich Späterem, erklärt wird. Häufig wird die T. als notwendige Erkenntniskategorie der Lebenswiss. vom «bloß blind kausalen» physikal. Prozess abgehoben und als genügender Erkenntnisgrund für eine wissenschaftliche Aussage angesehen. Dazu muss aber auch über die Feststellung der Zweckmäßigkeit eines lebendigen Geschehens hinaus nach der Bedingungsanalyse gefragt werden, um festzustellen, welche funktionalen Abhängigkeiten diese oft vordergründig in Erscheinung tretende T. erst in ihrem Zustandekommen ermöglichen.