Territorialverhalten

 

(= T.), [KOG], Revierverhalten, Territorialität. Aggressive (Aggression) verteidigende Verhaltensweisen, die darauf gerichtet sind, ein eigenes Territorium gegen andere Tiere der gleichen Art zu verteidigen und gegen deren Territorien abzugrenzen. Es dient dazu, Nahrungs- und Sexualkonkurrenten auf Distanz zu halten, und sichert einem Tier oder einer Tiergruppe einen best. Lebensraum oder best. Zufluchtsstätten z. T. einschließlich der Nahrungsressourcen für seine Jungen. Es führt zugleich dazu, dass sich die Art über eine größere Fläche verteilt und die Überausbeutung eines Raumes etwa durch Überbeweidung vermieden wird. Ähnlich wie Rangordnungsverhalten wirkt T. aggressionsbegrenzend. Sobald Territorien abgegrenzt sind und die Nachbarn sich persönlich kennen gelernt haben, wird das Aggressionsverhalten diesen gegenüber zumeist auf bloße Drohhandlungen (Drohen) reduziert. T. kann der Bildung sozialer Verbände entgegenwirken: Goldammern leben im Winter in kleinen Schwärmen, die sich im Frühjahr auflösen, sobald die Männchen beginnen, Fortpflanzungsterritorien abzugrenzen. Das von einem Tier oder Tiergruppe (z. B. Rudel) besetzte Gebiet wird oft in besonderer Weise gekennzeichnet, bei Säugern z. B. oft durch besondere Duftmarken (Drüsesekrete), Harn oder Kot, die an bestimmten Punkten des Reviers abgesetzt werden Aber auch Lautäußerungen dienen der Reviermarkierung. So grenzen sie meisten Vögel durch ihren Gesang im Frühjahr ihre Territorien gegen Artgenossen ab. Ein Territorium kann je nach seiner biol. Bedeutung oder Tierart unterschiedlich groß sein. Der Kolkrabe errichtet zur Brutzeit ein Fortpflanzungsterritorium, das mehrere Kilometer im Durchmesser beträgt und auch den Nahrungserwerb einschließt. Säugetierterritorien sind meistens sehr groß und haben oft für best. Aktivitäten (Trinken, Baden, Kotabsetzen usw.) feste Plätze, die durch Wechsel miteinander verbunden sind. In großen Seevogelkolonien verfügt jedes Brutpaar nur über ein kleines eigenes Territorium, dessen Größe bis auf Hackdistanz reduziert sein kann. Abgrenzendes menschliches Verhalten in soz. Räumen, das aber nur bei Einengung wahrgenommen wird, wird auch als T. bez. Territorialität.

Referenzen und vertiefende Literatur

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