Testschutz

 

(= T.) [engl. test security], [DIA], in diagn. Situationen, in denen für Testteilnehmer viel auf dem Spiel steht (high-stakes testing), spielt der T. eine bes. Rolle, da vermieden werden soll, dass Testleistungen aufgrund der Kenntnis der Testitems und nicht aufgrund der Ausprägung im gemessenen ps. Konstrukt zustande kommen. Die Testmaterialien (z. B. Testitems, Auswertungsschlüssel, Interpretationsalgorithmen) sind davor zu schützen, ohne vorherige schriftliche Erlaubnis des Inhabers der Urheberrechte reproduziert zu werden. Entspr. ist eine Testdurchführung unter vollst. kontrollierten Bedingungen geboten. Hier besteht ein hohes Maß an personeller Aufsicht und Kontrolle hinsichtlich der Rahmenbedingungen der Testdurchführung. Dies kann durch Testzentren erreicht werden, in denen der Zugang, die Sicherheit, die Qualifikation des Testpersonals sowie bei computerbasierten Testungen die Qualität und technischen Spezifikationen der Testinfrastruktur garantiert sind. Bei weniger kontrollierten Formen der Testdurchführung besteht der T. darin, unautorisierten Zugang zum Test zu verhindern (z. B. über Verschlüsselung und Passwortschutz) und Folgemaßnahmen zu ergreifen, sollten Testinhalte illegal verbreitet werden. Eine weitere Möglichkeit des T. liegt im itembankbasierten Testen, das u. a. beim adaptiven Testen Anwendung findet. Hierbei erhält jede Person eine indiv. Itemzusammenstellung aufgrund der Antworten auf die vorherigen Items. Beim itembankbasierten Testen können Maßnahmen zur Itemexpositionskontrolle integriert werden. Auf diese Weise wird vermieden, dass einzelne Items zu häufig vorgegeben werden, und damit das Risiko vermindert, dass Items bekannt werden. Diagnostik, gesellschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen, Teststandards.