Theorie der Spiele

 

(= T.) [engl. theory of games], [KOG, SOZ], eine in ihren mathematischen Begriffen durch v. Neumann 1928 bzw. 1943 (Neumann & Morgenstern, 1947) entwickelte Theorie aus dem Bereich der Kombinatorik, die aus dem Studium der Struktur von Gesellschaftsspielen (Schach, Poker usw.) erwachsen ist. Ziel der T. ist die Ermittlung der besten Strategie, die dem Teilnehmer größtmögliche Gewinnchancen sicherstellt. In der weiteren Fortführung (z. B. durch Braithwaite, 1955, 1962) wird das ps. bedeutungsvolle Problem behandelt, wie bei Verschiedenartigkeit der Ziele, aber gegebener Kooperation ein Maximum an Befriedigung (Nutzen) für den Einzelnen bei fairer Verteilung auf die Partner erreicht werden kann. Hierzu werden Operationen vorgenommen (wie Aufstellung von Vorzugsskalen der Handlungsmöglichkeiten durch die Partner, Inbeziehungsetzen dieser Rangreihen, dadurch Gewinnung von numerischen Werten (nicht absoluten, sondern reinen Verhältnismaßen)), die es erlauben, ein math., geometrisches oder algebraisches Modell zu bilden, das die isomorphe Abb. der immanenten Logik der tatsächlichen Situation darstellt. An diesem Modell lassen sich die fairen Verteilungsquoten des «Profits» für die Partner ablesen. Die T. vermeidet den falschen Ansatz bisheriger Theorien der Produktion und Verteilung, die im Anschluss an den Utilitarismus auf der Annahme gründeten, dass der Nutzen als gemeinsame Einheit wie eine Münzeinheit behandelt werden könne. Die unzulässige Anwendung einer solchen interpersonellen Vergleichbarkeit von Vorteilen wird von der T. umgangen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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