therapeutischer Prozess

 

(= t. P.) [engl. therapeutic process], [KLI], beschreibt das konkrete t. Geschehen. Nachdem die generelle Wirksamkeit von Psychotherapie in vielen Studien nachgewiesen wurde (Wirksamkeitsprüfung), rückt zunehmend das Zustandekommen dieser Wirkung ins Forschungsinteresse. Ausgehend von der Feststellung, dass in der Psychoth. kein linearer und additiver Zus.hang zw. Aufwand und Wirkung besteht (Phasenmodell psychotherapeutischer Veränderungen) und dass selbst unter streng selektiven und manualisierten Bedingungen Therapieverläufe sehr unterschiedlich erfolgreich sein können (Verlaufsforschung) oder sehr unterschiedliche Therapieverfahren ähnlich gute Behandlungsergebnisse liefern können, stellt sich die Frage nach den tatsächlich t. wirksamen spezif. und allg. Faktoren. Ziel ist es, Wissen über effektive oder ungünstige Therapieprozesse zu generieren, mit dem adaptive t. Handlungsregeln entwickelt werden können, um die t. Praxis zu verbessern (Lutz, 2005). Die Erhebung der Prozessvariablen ist mit aufwendiger Datenerhebung (Datenerhebungsverfahren) auf versch. Ebenen verbunden: Die Pat.- und die Therapeutensicht wird i. d. R. durch Fragebogen zur Therapiesitzung (Stundenbogen) erfasst. Audio- und Videoaufnahmen von Therapiesitzungen können unter versch. Gesichtspunkten durch unbeteiligte Beobachter ausgewertet werden, die z. B. Aspekte von Beziehungsgestaltung oder Anwendung spezif. Interventionstechniken erfassen. Dabei werden versch. ausdifferenzierte Prozesse ausgemacht. So identifizierten Orlinsky et al. (1994) fünf Prozessmerkmale: die Qualität der Therapiebeziehung, die Kompetenz des Therapeuten, die Kooperation des Pat. (Compliance), die Veränderungsoffenheit des Pat. und die Behandlungsdauer.

Verwendete Literatur

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