Thorndike, Edward Lee

 

(1874−1949),  [HIS, KOG], Edward Lee Thorndike gilt als der erste Psychologe, der im Laboratorium Tierexperimente durchführte; damit zählt er zusammen mit Robert Yerkes zu den Pionieren der Tierps. Durch sein Effektgesetz (Gesetz des Effekts; Thorndike, 1898) leistete er einen wichtigen Beitrag zu den Lerntheorien, indem er durch empirische Forschung bestätigte, was seit Jhd. vermutet wurde. Thorndike wurde in Williamsburg, Massachusetts, geb., studierte bei William James an der Harvard University, wo er bereits mit Hühnern experimentierte, er ging dann an die Columbia University in New York. Dort forschte und lehrte er bis zu seiner Emeritierung. Für seine Doktorarbeit unter der Leitung von J. McKeen Cattell führte Thorndike Experimente mit Katzen und Hunden durch, die in selbstgebaute Käfige gesetzt wurden, aus denen sich die Tiere nach Betätigung von Hebeln, Zugseilen usw. befreien konnten (Vexierkasten), um außerhalb des Käfigs Futter zu erlangen (Thorndike, 1889). Bei Versuchswiederholungen wurde die Zeit bis zur Lösung der Aufgabe immer kürzer. Thorndike schloss hieraus auf Lernen durch Versuch und Irrtum [engl. trial and error]. Das von Thorndike (1911) formulierte Effektgesetz, bildete als Instrumentelle Konditionierung später die Grundlage für die operante Konditionierung und für die Reiz-Reaktions-Ps. (Behaviorismus). Thorndike war ein produktiver Autor. Er veröffentlichte ca. 450 Arbeiten, darunter Bücher zur Pädagogischen Ps., zur Intelligenzdiagnostik (Sampling-Theorie der Intelligenz, CAVD-Test), zu Interessen und Einstellungen und zur Differentiellen Ps. Schließlich erstellte Thorndike zus. mit Irving Lorge ein Verzeichnis der Worthäufigkeiten in den USA (Thorndike & Lorge, 1944). Dieses Verzeichnis mit 30 000 Worten sollte Lehrkräften für den Unterricht dienen, wurde aber auch in der Sprachforschung verwendet.

Referenzen und vertiefende Literatur

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