Toleranzentwicklung

 

(= T.) [engl. development of tolerance; lat. tolerare ertragen, dulden], [PHA], bei wiederholter Einnahme eines Medikaments kann es durch adaptive Veränderungen zu einer Abschwächung der Wirkstärke bzw. Wirkung kommen. Um wieder den gleichen Effekt wie zu Beginn der Einnahme zu erzielen, muss die Dosis gesteigert werden. Dieses Phänomen wird als T. bez. Sie ist reversibel und kehrt nach Absetzen des Medikaments wieder auf die Ausgangswirkstärke zurück. Pharmakokinetische Toleranz entsteht durch eine verstärkte Synthese des inaktivierenden Enzyms (Enzyminduktion). Es wird der Abbau des Wirkstoffs beschleunigt, sodass für die Wirkung pro Zeiteinheit weniger Substanz zur Verfügung steht. Ein Bsp. ist das AntikonvulsivumCarbamazepin. 2–3 Wochen nach Ersteinstellung auf Carbamazepin muss die Dosis heraufgesetzt werden. Eine pharmakodynamische Toleranz liegt vor, wenn der Rezeptor, über den das Medikament wirkt, herunterreguliert wird und damit unempfindlicher reagiert. Pharmakodynamische Toleranz ist ausgeprägt bei Einnahme von Opioiden wie Morphin oder Heroin und auch bekannt beim Einsatz von Benzodiazepinen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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