Top-down-Verarbeitung

 

(= T.) [engl. top-down processing; top oben, down unten], [KOG, WA], konzeptgesteuerte Wahrnehmung; die Unterscheidung zw. T. und Bottom-up-Verarbeitung bildet einen heuristischen Rahmen, um versch. Arten von Determinanten mentaler Verarbeitungsprozesse zu unterscheiden. Von T. spricht man dann, wenn mentale Verarbeitungsprozesse von der Lernerfahrung (z. B. Vorwissen, Erwartungen, Kontext) oder durch Willensakte (z. B. Entscheidungen) und nicht ausschließlich von aktuell vorhandenen physikal. Reizmerkmalen beeinflusst werden. Ein Bsp. für T. wäre die visuelle Durchmusterung einer Szenerie, bei der die Aufmerksamkeit aufgabenabhängig bzw. strategisch auf Bereiche gelenkt wird, die mit hoher Wahrscheinlichkeit relevante Informationen enthalten (z. B. die gezielte Suche nach einem unscheinbaren Vogel am Himmel auf einer Abb. des Times Square in New York), obwohl sie keine auffälligen Helligkeits- oder Farbmerkmale aufweisen. Das Erkennen von Strukturen, die nur durch partielle Informationen angedeutet sind (z. B. Formen oder Gesichter in Wolken; Linie, die durch einzelne Punkte angedeutet wird; Gestaltpsychologie), ist ein weiteres Bsp. für konzeptgesteuerte Wahrnehmung. T. ist insbes. bei automatisierten Verabeitungsprozessen bedeutsam, z. B. beim Lesen: K8NN3N S13 D13S3N S4TZ L3S3N 8D3R V3RM1SS3N S13 D13 V8K4L3?