Torsades de pointes

 

(= TdP), [PHA], Sonderform der ventrikulären Tachykardie, bei der es zu wechselnden Amplituden der Herzaktion kommt und im EKG polymorphe, um die isoelektrische Linie spindelförmig angeordnete QRS-Komplexe aufgezeichnet werden. Es handelt sich um eine potenziell lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, da bei einer extrem schnellen Aktion der Herzkammern (Puls über 300/Min.) kein Blut mehr in den Kreislauf gepumpt wird. Ein kleiner Teil der Betroffenen bleibt asymptomatisch, bei den meisten treten jedoch mehr oder minder gefährliche Symptome auf: Palpitationen, Angina pectoris, Dyspnoe, arterielle Hypotonie, Schwindelanfälle, Krampfanfälle und am häufigsten Synkopen. Bei ca. der Hälfte der Betroffenen kommt es nach einiger Zeit spontan zur Normalisierung des Herzrhythmus. Bei den übrigen Pat. entwickelt sich ein Kammerflimmern, das unbehandelt innerhalb weniger Min. zum Herzstillstand führen kann. Zu den wichtigsten Risikofaktoren für das Auftreten von TdP zählen kardiovaskuläre Vorerkrankungen (KHK, Herzinsuffizienz, Myokardischämien), bradykarde Herzrhythmusstörungen, höhergradige AV-Blockierungen, kongenitale Verlängerungen der QT-Zeit (Long-QT-Syndrom), Elektrolytstörungen (Hypokaliämie und Hypomagnesiämie) und weibliches Geschlecht. Darüber hinaus erhöht sich das Risiko für TdP deutlich bei einer medikamentös bedingten QTc-Zeit-Verlängerung. Die Gefahr von TdP ist bes. hoch, wenn es zu einer Verlängerung der QTc-Zeit um mehr als 60 ms im Vergleich zum Therapiebeginn kommt oder wenn QTc-Zeiten von mehr als 500 ms gemessen werden. In diesem Fall muss das als Ursache für die QTc-Zeiten Verlängerung angenommene Präparat herabdosiert bzw. abgesetzt werden.