Transkription

 

[engl. transcription; lat. transcribere etw. schriftlich übertragen], [FSE], bez. die Abschrift von Interviews oder Gesprächen. Zumeist werden sprachliche Aussagen festgehalten, aber auch prosodische, paraverbale Äußerungsmerkmale, Stimmverlauf, Pausen oder Zögerungslaute, in der T. von Videomaterial teilweise auch Gesten, Mimik oder Bewegungen (nicht verbale Kommunikation). Ziel der T. ist es, die als Audio- oder Videoaufzeichnung festgehaltenen Ereignisse so zu dokumentieren, dass die daraus generierten Daten sowohl zur wiss. Auswertung als auch zur Dokumentation genutzt werden können (Datenanalysemethoden, qualitative). Eine T. stellt stets eine Reduktion des Datenmaterials dar, z. B. durch Auslassung nonverbaler Phänomene oder Prosodie. T. liefert somit kein exaktes Abbild der untersuchten Situation, sondern ist stets ein theoriegeleitetes Konstrukt. Eine (Gesprächs-)Situation kann dabei nie vollumfänglich repräsentiert werden. Der Grad der Reduktion kann durch die Wahl des T.systems bestimmt werden. Diese variieren im verwendeten Zeichensatz und in der Auswahl der festzuhaltenden Phänomene. Für unterschiedliche Erkenntnisinteressen sind versch. T.systeme verfügbar, z. B. GAT (gesprächsanalytisch; Gesprächsanalyse), CHILDES (psycholinguistisch; Psycholinguistik) oder Dresing/Pehl (inhaltsanalystisch; Inhaltsanalyse). Zur T. kann T.software genutzt werden, die das verlangsamte Abspielen einer Audio- oder Videodatei, Zeitmarken, kurze Rücksprungintervalle, Wiedergabesteuerung und die Texterfassung ermöglicht. Spracherkennung kann für wiss. T. akt. nicht genutzt werden, da sie keine metasprachlichen Aspekte wie Satzabbrüche, Dialekte oder Sprecherüberlappungen erfassen kann.

Verwendete Literatur

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