Transplantationspsychologie

 

(= T.) [engl. psychology of transplantation; lat. transplantare verpflanzen], [GES], die T. bez. das Spektrum der im Zusammenhang mit chirurgischen Organtransplantationen auftretenden psychol. Fragestellungen, verwendeten psychol. Methoden (wiss., diagn. und interventionelle) sowie erarbeiteten psychol. Erkenntnissen. Bei der Transplantation menschlicher Organe handelt es sich um komplexe chirurgische Eingriffe als lebensrettende Maßnahme bei Organerkrankungen im Endstadium. Transplantiert werden heute Niere, Leber, Herz, Lunge und Bauchspeicheldrüse sowie der Dünndarm in bisher geringer Anzahl. Die Transplantation von Gesicht und Extremitäten findet noch exp. statt. Die Übertragung von Knochenmark bzw. Stammzellen sowie von Haut, Knochen, sonstigen Geweben und Zellen erfolgt unter anderen klin. und gesetzlichen Rahmenbedingungen und ist daher nur bedingt mit der Transplantation solider Organe vergleichbar. Psychol. Fragestellungen im Bereich der Organtransplantation ergeben sich spenderseitig hinsichtlich der Organspendebereitschaft und der Organlebendspende. In Bezug auf die Organempfänger stehen prä- und postoperative psychosoziale Belastungen (Transplantation, psychosoziale Belastung), die postoperative Lebensqualität (Transplantation, postoperative Lebensqualität) sowie die Adhärenz/Compliance mit der med. Therapie im Mittelpunkt. Weitere Forschungsfelder sind z. B. die Rückkehr ins Arbeitsleben und der psychol. Betreuungsbedarf. Klin. Aufgabenbereiche umfassen präoperativ die psychol. Evaluation (Eignungsuntersuchung) zur Lebendspende sowie zur Aufnahme des Empfängers auf die Transplantationswarteliste (Transplantation, psychologische Evaluation). I. R. der postoperativen Betreuung sind supportive und edukative Therapieelemente von bes. Bedeutung.

Verwendete Literatur

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