Trauer, Trauern

 

(= T.), [EM, GES], bez. die natürliche Reaktion auf das Erleben eines Verlusts bzw. die Bewältigung einer Verlusterfahrung. I. d. R. handelt es sich dabei um den Verlust einer Bezugsperson durch deren Tod, prinzipiell kommen aber auch andere Verlustobj. in Betracht (z. B. ein Körperteil). Man unterscheidet den Trauerfall mit seinen obj. Merkmalen (bereavement), die kogn. und emotionalen Reaktionen darauf (grief), die spezif. Verhaltensweisen des T. (mourning) sowie körperliche Erscheinungsformen (z. B. Herz-Kreislauf-Störungen). T. ist somit ein mehrdimensionales Phänomen, das interindiv. und interkult. große Unterschiede aufweist. Wenngleich per se nicht als Krankheit aufgefasst, ist T. mit dem Risiko einer behandlungsbedürftigen somatischen und/oder psych. Störung verbunden. Bei einem komplizierten (auch: abnormen, chronischen, pathologischen, problematischen, traumatischen) T.prozess bleiben zunächst T.reaktionen aus, beginnen mit Verzögerung, sind bes. intensiv oder werden chronisch. Unterschiede in Dauer, Intensität und Qualität des Trauerprozesses ergeben sich aus der Beziehungsqualität, die zw. der verstorbenen Person und dem Hinterbliebenen bestand, dem Alter bzw. Entwicklungsstand der verlorenen Person einerseits und des Hinterbliebenen andererseits sowie aus der Todesart. Die Vorstellung von einer «Trauerarbeit», deren Ergebnis nach der Erledigung spezif. «Aufgaben» in der Lösung der Bindungen an die verstorbene Person besteht, hat der Auffassung Platz gemacht, dass diese Bindungen in veränderter Qualität fortbestehen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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