Traumapädagogik

 

(= TP.) [engl. trauma pedagogy; gr. τράυμα (trauma) Verletzung] , [KLI, PÄD], konzeptueller Rahmen zur ganzheitlichen päd. Begleitung von traumatisierten und psych. belasteten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen insbes. in stationären Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe, aber auch anderen Kontexten, wie Schule und Klinik. Junge Menschen in der Heimerziehung oder auch Pflegekinder sind in einem bes. Ausmaß von traumatischen Erfahrungen betroffen, hierzu zählen das Erleben von bes. Vernachlässigung sowie auch Gewalt und sexuellen Übergriffen (sexueller Missbrauch). Belastungsreaktionen und Traumafolgestörungen sind daher weit verbreitet. TP ist ein Oberbegriff für best. päd. bzw. sozialpäd. Haltungen und Herangehensweisen und organisatorische Rahmenbedingungen. TP. vereint eigenständige päd. traumabearbeitende Hilfen v. a. in der Kinder- und Jugendhilfe, die komplementär zu psychoth. und klin. Angeboten gesehen werden. TP betont das Potenzial der alltäglichen Begleitung junger Menschen mit traumatisierenden Erfahrungen. Wurzeln der TP finden sich u. a. in der Psychotraumatologie, der Reformpäd., der Psychoanalytischen Pädagogik (Traumatheorie, psychoanalytische), der Bindungstheorie (Bindungsentwicklung) und milieutherap. Konzepten. Als zentral für die Traumabearbeitung wird eine vertrauensvolle, verlässliche Beziehung bzw. korrigierende Beziehungserfahrung im Alltag der Kinder- und Jugendhilfe erachtet. Sicherheit in der Beziehung aber auch strukturelle und organisatorische Sicherheit für die Klientel und die Mitarbeitenden sind von großer Relevanz (Pädagogik des sicheren Ortes, M. Kühn). Auch schwierige Verhaltensweisen der Kinder und Jugendlichen werden als normale Reaktionen auf eine hohe Stressbelastung verstanden. Es gilt aktive Bewältigungsmöglichkeiten (Bewältigungsstrategien) der jungen Menschen zu stärken, Sinnhaftigkeit und Selbstwirksamkeit (Selbstwirksamkeitstheorien) in der Lebensgestaltung zu fördern und sozialen Teilhabe zu ermöglichen (Konzept der Selbstbemächtigung, W. Weiß). Frühe Hilfen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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