Treatmentdiffusion

 

(= T.) [engl. treatment diffusion; lat. diffundere sich verbreiten, sich ausbreiten], [FSE], Form der «Treatmentverunreinigung» bei Evaluationsstudien (interne Validität, Bedrohungen für die). Die T. kann insbes. auftreten, wenn das Treatment in der Experimentalgruppe und die Vergleichsbehandlung in der Kontrollgruppe durch dieselben Personen appliziert werden. Soll z. B. dieselbe Lehrkraft zwei Schülergruppen nach zwei unterschiedlichen Konzepten unterrichten, so besteht die Gefahr, dass die Applikation der Vergleichskonzepte «verunreinigt» erfolgt. Elemente von Maßnahme A werden ggf. auch in Bedingung B appliziert, wenn diese von der Lehrkraft als sinnvoll erachtet werden. Die Vergleichskonzepte werden ggf. ähnlicher in der Praxis realisiert, als wenn von jeder Lehrkraft nur ein Konzept umgesetzt werden sollte (Fähigkeitsselbstkonzept, Förderung). T. kann ebenfalls auftreten, wenn durch die simultane Applikation zweier Vergleichsmaßnahmen an derselben Institution (z. B. Schule, Klinik) ein Austausch zw. den Lehrkräften oder Behandlern stattfindet, die unterschiedliche Konzepte umsetzen sollen. T. kann weiterhin erfolgen, wenn sich die Teilnehmer (z. B. Schüler, Pat.), die versch. Studienbedingungen zugewiesen wurden, untereinander austauschen.

Verwendete Literatur

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