Tropismus

 

(= T.) [engl. tropism; gr. τροπη (trope) Wendung, Einwirkung], [EM, PER], Orientierung der Wachstumsbewegungen bei Pflanzen an äußeren physikal. Reizquellen. Führen diese zum Reiz hin, handelt es sich um pos. T., führen sie von ihm ab, um neg. T. Es gibt z. B. Geo-T., auf die Erde und die Erdbewegung hin, Helio-, Photo-T., Bewegung auf Lichtreize, Chemo-T., Bewegung auf chemische Einflüsse, Hydro-T., zum Wasser hin, bei chemischen Verbindungen: wasserlöslich. In die Ps. wurde der Begriff mit neuer Bedeutung durch Szondi eingeführt. Geno-T., ist die durch identische oder verwandte Genfaktoren wirkende Kraft, die Menschen zueinander hinzieht. Bei Ausschaltung der genealogischen Verankerung der Triebe spricht man von Triebt. Eine Triebstruktur kann sich in der Wahl eines best. erotischen Partners (Libido-T.), eines Freundes (Idealo-T.), des Berufes (Opero-T.), einer Krankheit (Morbo-T.), der Todesart (Thanato-T.) u. a. bemerkbar machen. Sie wird zur unbewussten Determinante, die affine Erscheinungen erzeugt. Beim Abwehr-Opero-T. vermag das Ich gefährliche Triebbedürfnisse durch ausgedehnte und sozial verankerte Abwehrfunktionen abzuwehren. Von integralem Opero-T. spricht man bei gleichzeitigem Vorhandensein der drei Formen von Opero-T., die sich in drei scheinbar unabhängigen Gruppen von Berufswünschen äußern. Die Triebdiagnostik von Szondi ist spekulativ und empirisch nicht zu bestätigen.

Referenzen und vertiefende Literatur

Sie sind schon registriert? Zur Anmeldung
Erstellen Sie einen Account um das komplette Literaturverzeichnis einzusehen.