Überlebenskurven

 

(= Ü.) [engl. survival curves], [FSE], bez. eine grafische Darstellung des Anteils aller Überlebenden in aufeinanderfolg. Zeitabschnitten (z. B. Jahren). Entwickelt wurde diese Methode in der Versicherungsmathematik (für Lebensversicherungen), kann jedoch auf unterschiedlichste Ereignisse wie z. B. Auftreten von Fieber nach Virusinfektion, Rückfall nach Entgiftungsbehandlung bei Alkoholabhängigkeit, Überlebenszeit nach unterschiedlichen Krebstherapien, erstmaliges Auftreten einer best. Erkrankung, Erreichung best. Entwicklungsabschnitte (sog. Meilensteine), Aufnahme einer Berufstätigkeit nach best. Trainingsmaßnahmen usw. übertragen werden. Die einzige Voraussetzung für diese Methode ist, dass zu jedem Zeitpunkt alle untersuchten Personen in eine von zwei Kategorien (z. B. depressiv vs. nicht depressiv, ohne Arbeit vs. mit Arbeit) zuordenbar sind. Der gewählte Beobachtungszeitpunkt (z. B. Ende einer Behandlung) startet mit der Überlebenswahrscheinlichkeit von 1, d. h., alle Personen erfüllen den zu definierenden Ausgangszustand (z. B. gesund). Über die Zeit fällt diese Ü. in Richtung 0 (z. B. alle sind nur krank). Zu jedem Messpunkt dazw. können Überlebenswahrscheinlichkeiten für die untersuchten Gruppen, Bedingungen usw. berechnet werden. So entstehende Ü. können z. B. mittels des Kolmogorov-Smirnov-Tests stat. gegeneinander geprüft werden. Eine alternativ empfohlene Methode der Darstellung und des stat. Vergleichs ist die Hazard-Funktion, die auf den Verläufen der logarithmierten Überlebenswahrscheinlichkeiten beruht. Cox-Regression, Kaplan-Meier-Schätzer.

Referenzen und vertiefende Literatur

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