Übersprung, Übersprungshandlung

 

(= Ü.), syn. Übersprungbewegung [engl. displacement activity], [KOG], in Konfliktsituationen auftretende irrelevante Handlung, die keinem der einander widerstreitenden Stimmungen oder Handlungsbereitschaften zugeordnet werden kann. Kämpfende Hähne z. B., die durch gleichzeitig aktivierte Fluchttendenzen im Angriff gehemmt sind, zeigen unerwartet unvollkommene Pickbewegungen gegen den Boden, obwohl keine Nahrung vorhanden ist. Sehr häufig treten Putzbewegungen, Sichschütteln, Schnabelwetzen, Badebewegungen und andere Verhaltensweisen der Körperpflege als Ü. auf. Sebelschnäbler scheinbrüten in Kampfpausen. Zur Erklärung des Auftretens von Ü. werden in der Ethologie diskutiert (1) die Überflusshypothese (die beiden Handlungsenergien blockieren sich gegenseitig, und es kommt zum Überfluss in eine irrelevante Handlung), (2) die Enthemmungshypothese (durch die gegenseitige Hemmung der Handlungsenergien wird die Ausführung einer anderen Handlung enthemmt), z. B. Übersprungputzen, Auslösemechanismus, Leerlaufhandlung, Ersatzhandlung, Ersatzbefriedigung.

Referenzen und vertiefende Literatur

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