Umweltnutzungspsychologie

 

(= U.) [engl. utilization of the environment Umweltnutzung], [SOZ], ist ein Teilbereich der Umweltpsychologie und beschäftigt sich mit der Gestaltung räumlich-soz. Umwelten, z. B. von Gebäuden, Innenräumen, Plätzen, Parks, Landschaften, und deren Wechselwirkung mit den Bedürfnissen und Eigenschaften ihrer Nutzer. Ziel ist, eine möglichst gute Passung zw. gestalteter Umwelt und Nutzerbedürfnissen zu erreichen und Planungsfehler zu reduzieren. Hierzu dient das Konzept des social design, nach dem zunächst in user-needs analyses Bedürfnisse und Wünsche der potenziellen Nutzer systematisch ermittelt und dann in den Gestaltungsprozess miteinbezogen werden. Nach Realisierung wird die Gestaltung mithilfe der post-occupancy evaluation nachträglich bewertet. Vorteile solcher partizipativer Prozesse sind, dass die wertschätzende soz. und fachliche Integration der Nutzerexpertise zu besseren, eher akzeptierten und nachhaltigen Lösungen führen kann und die Entwicklung einer lokalen konstruktiv-partizipativen Kultur fördert. Unter U. wird auch die Forschung zur indiv. Nutzung einer kollektiven Umweltressource subsumiert. Im Fokus steht die Erklärung ressourcenschädigender Handlungen mithilfe des Konzepts des sozial-ökologischen Dilemmas, das die Abhängigkeiten zw. Mensch und Umwelt verdeutlicht. Die Nutzung sich begrenzt regenerierender Ressourcen, z. B. Fischbestände, Trinkwasser, Rohstoffe, bringt ein doppeltes Dilemma mit sich: zw. indiv. und gemeinschaftlichen Interessen, indem Gewinne der Ressourcennutzung individualisiert, entstehende Schäden aber sozialisiert werden, als auch zw. kurz- und langfristigen Zielen, da von einer Übernutzung einzelne kurzfristig profitieren, langfristig aber die Ressource für die Gemeinschaft zerstört wird. Wichtige Faktoren zur Überwindung des Dilemmas und damit zur Förderung ressourcenschonender Entscheidungen sind u. a. ökologisches Wissen, soziales Wissen durch Kommunikation, Vertrauen sowie prosoziale (prosoziales Motivsystem) und kooperative (Kooperation) Motive.

Referenzen und vertiefende Literatur

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