Unsicherheit pädagogischen Handelns

 

(U.) [engl. pedagogic of uncertainty], [PÄD], die U. zeigt sich in seiner Struktur (Kiel & Pollak, 2011; Shulman, 1991): Der Zusammenhang zw. Absichten, päd. Handlungen und Wirkungen ist weder deterministisch, noch ist er kontingent. Der Lehrberuf ist somit technisch weniger leicht funktionalisierbar. Es gibt keine fixen Input-Output-Relationen, päd. Handeln hat keine Erfolgsgarantie. Doyle (1986) charakterisiert die Komplexität des Lehrberufs durch die Aspekte Mehrdimensionalität, Simultaneität, Unmittelbarkeit, Öffentlichkeit und Geschichtlichkeit: Jedes Phänomen und jede Handlung sind in jedem Moment diesen Aspekten unterworfen. Diese Merkmale verweisen auf eine geringe Beherrschbarkeit des Unterrichtsgeschehens und die große Unsicherheit der Unterrichtstätigkeit (Unterricht). Trotz der Festsetzung vieler Faktoren (Lehrplan, Lehrmittel, Klassengröße usw.) kann eine Vielzahl von Aspekten nicht fixiert werden. Die geringe Planbarkeit führt zu Handlungsstörungen und verlangt von der Lehrperson die Fähigkeit zu spontaner Reaktion und zu situativen Entscheidungen (Entscheiden). Eine, wenn nicht die Kernkompetenz päd. Professionalität (Lehrerprofessionalisierung) liegt in der Fähigkeit, in der strukturell gegebenen U. in Möglichkeitsräumen rational zu handeln. Dieser Möglichkeitsraum zeigt sich im Großen, etwa bei der Wahl zw. Themen für lehrplanbezogenen Projektunterricht, aber auch im Kleinen, etwa in der Wahl des Schülers, der für eine mündliche Leistungsfeststellung an die Tafel gerufen wird. Aus dieser Art der unsicheren Verknüpfung folgt zwingend, dass auf der Seite der Adressaten päd. Handelns immer auch andere Wirkungen möglich sein würden und können.

Referenzen und vertiefende Literatur

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