unskalierbare Personen

 

(= u. P.) [engl. unscalable Persons; lat. scala Treppe], [DIA], Personen, deren Antwortverhalten auf einer Gruppe von Testitems durch ein für andere geltendes psychometrisches Modell (Psychometrie) nicht adäquat beschrieben werden kann. Bei der Entwicklung von Testinstrumenten und Fragebogen werden typischerweise die Items eliminiert, die schlechte Kennwerte haben, während die Selektion von P. auf Vorbehalte stößt (Testkonstruktion). Die P. sind die «Datengeber», deren Erleben und Verhalten es zu modellieren gilt; die Selektion unpassender P. ist aus dieser Sicht eine unzulässige Datenmanipulation. Unter dem Stichwort appropriateness measurement und aberrant response patterns, wurden versch. Maße entwickelt, die das Ausmaß der Modellkonformität einzelner Personen ausdrücken. Der Q-index basiert auf der Wahrscheinlichkeit eines Antwortmusters (response pattern) und kann sowohl zur Bestimmung der Modellanpassung einzelner Items als auch einzelner P. dienen. P. mit einem hohen Abweichungswert werden als u. bez., ihre Selektion ist aber auch nicht unproblematisch, da in probabilistischen Modellen jedes Antwortmuster eine Auftretenswahrscheinlichkeit besitzt. Sofern man mit einer größeren Menge u. P. rechnet, ist die Berücksichtigung einer Klasse u. P. mithilfe eines Mischverteilungsmodells möglich (z. B. Mixed-Rasch-Modell, Latente Klassenanalyse). Der Vorteil liegt darin, dass die Größe der Klasse u. P. geschätzt wird, also nicht willkürlich festgelegt werden muss, und anhand der Modellparameter auch identifiziert werden kann, warum diese P. u. sind. Skalierung, Methoden der, Skalierung, testtheoretisches Gütekriterium.

Referenzen und vertiefende Literatur

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