Unternehmensgründung

 

(= U.) [engl. foundation of an enterprise, start-up], [AO, WIR], ist ein Vorgang, der ps. als Spezialfall einer Einstellungsverhaltensrelation betrachtet und mit der Theorie des geplanten Verhaltens beschrieben und erklärt werden kann. Der Theorie zufolge hängt die Stärke von Absichten, ein Unternehmen zu gründen, von drei Faktoren ab: (1) der Einstellung einer U. gegenüber, (2) dem mit einer U. einhergehenden normativen Druck des soz. Umfelds und (3) der wahrgenommenen Kontrollierbarkeit von Verhaltensweisen, die zur U. erforderlich erscheinen. Die Einstellung resultiert aus Erwartungen und Bewertungen möglicher Konsequenzen einer U. Erwartungen können sich auf finanzielle Aspekte, Aufgabenanforderungen oder berufsbezogene Bedürfnisse und Ambitionen beziehen. Von der Einschätzung solcher Konsequenzen hängen Stärke und Richtung der Einstellung ab. Normativer Druck des sozialen Umfelds kann pos. oder neg. Auswirkungen haben. Er setzt sich zus. aus der Einschätzung, ob und auf welche Weise relevante Bezugspersonen eine U. begrüßen oder ablehnen würden, und der Motivation, den vermuteten Reaktionen relevanter Bezugspersonen gemäß handeln zu wollen. Die wahrgenommene Verhaltenskontrolle wirkt sich sowohl intentional als auch aktional aus. Sie ist konzeptuell mit Selbstwirksamkeitserwartung [engl. self-efficacy] verwandt, die im gegebenen Zusammenhang auf der Stärke von Überzeugungen beruht, ob und wie gut eine U. mit eigenen Fähigkeiten, Kompetenzen und Handlungsmöglichkeiten bewältigt werden kann. Empirisch lässt sich belegen, dass die drei Faktoren der Theorie geplanten Verhaltens sowohl signifikante Prädiktoren für die Absichten einer U. bei Studierenden als auch für Absichten und Realisierungen einer U. bei bereits erwerbstätigen Personen sind.

Referenzen und vertiefende Literatur

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