Unterrichtsprogramme, bilinguale

 

(= b. U.) [engl. instructional programs, bilingual; lat. bi- zwei-, lingua Sprache], [KOG, PÄD], dienen der Entwicklung zwei- oder mehrsprachiger Kompetenzen durch den Einsatz einer Fremdsprache (L2, Fremdsprachenerwerb) als Unterrichtssprache (vgl. auch Content and Language Integrated Learning, CLIL). Der Unterricht findet entweder ausschließlich in der L2 oder in Kombination mit der vorherrschenden Landessprache statt. B. U. lassen sich danach unterscheiden, ob sie subtraktiven (= s. B.) oder additivenBilingualismus (= a. B.) anstreben (Lambert, 1975). S. B. liegt vor, wenn der Unterricht L2-Kenntnisse bei gleichzeitiger Vernachlässigung der Entwicklung und des Erhalts von erstsprachlichen (L1) Kompetenzen fördert. Die frühen b. U., submersion oder structured immersion genannt, zielten mithilfe des L2-Erwerbs i. S. des s. B. auf eine schnelle Assimilierung von Minoritätskindern (Minorität) in eine etablierte Kultur der Majoritätsgesellschaft (Baker, 2011). Sie führten jedoch nur zu geringer L2-Kompetenz bei gleichzeitigem (weitgehendem) Verlust der L1. Im Unterschied dazu streben b.U. heute eher a. B. an, indem sie den Erwerb umfassender (schrift-)sprachlicher Kompetenzen sowohl in der L1 als auch in der L2 fördern. Diese b. U. lassen sich in schwache und starke Lernformen unterteilen. Schwache b. U. ermöglichen den Erwerb von begrenzten L2-Kompetenzen. Dieser Gruppe von b. U. werden der konventionelle Fremdsprachenunterricht, für Sprecher einer Minoritätssprache auch der reguläre Unterricht in der Landessprache, der kulturerhaltende Unterricht mit einzelnen L1-Unterrichtsstunden sowie transitionale Programme (= t. P.) zugeordnet. In t. P. wird die L1 der Lernenden zusätzlich zur L2 so lange als Unterrichtssprache eingesetzt, bis die Schüler die L2 so weit beherrschen, dass sie dem Unterricht in der L2 folgen können. Zu den starken Formen der b. U. gehören der Immersionsunterricht (für Schüler, deren L1 Landessprache ist und deren Unterricht teilweise oder komplett in der L2 unterrichtet wird) wie auch die duale Immersion (für Schüler, deren L1 Minoritäts- oder Landessprache ist, die parallel in der einen Hälfte der Fächer in der L1 und in der anderen Hälfte der Fächer in der L2 unterrichtet werden). Die starken b. U. führen i. d. R. Regel zu höheren Kompetenzen als der konventionelle Unterricht, vor allem im sprachlichen Bereich.

Referenzen und vertiefende Literatur

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