Unterrichtsqualität

 

(= U.) [engl. quality of instruction], [PÄD], U. i.e. S. meint die Qualität der unterrichtlichen Prozesse: Unterricht ist so gut (oder so schlecht), wie er best. beobachtbaren und beurteilbaren Gütekriterien entspricht. In der empir. Unterrichtsforschung wird die Prozessqualität (Kinderbetreuung, Struktur-, Prozess- und Orientierungsqualität) häufig daran gemessen, wie gut best. bei den Lernenden feststellbare Zielkriterien (insbes. der von den Schülern erzielte Lernerfolg) erreicht werden (Unterrichtseffektivität). Der internat. Forschungsstand belegt die Lernwirksamkeit eines Unterrichts, der durch folg. Aspekte charakterisiert ist: (1) kogn. Aktivierung, insbes. kooperative Lehr-Lern-Arrangements (Lernen, kooperatives), bei denen Schüler selbst Lehrfunktionen übernehmen (z. B. peer tutoring) sowie hohe Lehrererwartungen, verbunden mit anspruchsvollen Aufgaben; (2) ein motivierendes Lernklima (Lernmotivation, aktuelle und habituelle, Lernmotivation, intrinsische und extrinsische), das durch pos. Fehlerkultur, durch Respekt und Wertschätzung zw. Lehrern und Schülern sowie durch ein hohes Engagement der Lehrkraft gekennzeichnet ist; (3) eine effiziente Klassenführung (Klassenführung, effiziente), verbunden mit einer ausgesprochen aktiven Lehrerrolle und vor allem (4) Feedback, und zwar in beiden Richtungen: von der Lehrkraft zum Schüler (zum Stand des Lernprozesses, zu Fehlern und Missverständnissen, basierend z. B. auf Lernstandserhebungen und Vergleichsarbeiten) wie auch umgekehrt: Feedback der Schüler an die Lehrer zum eigenen Lernstand sowie zur Wahrnehmung des unterrichtlichen Angebotes (Schülerfeedback). Obgleich die Datenbasis der Metaanalyse Hatties den gesamten in engl. Sprache weltweit verfügbaren Forschungsstand umfasst (über 900 Metaanalysen, die auf über 5000 empirischen Studien basieren), muss zum Thema U. bedacht werden, dass Hatties Zielkriterium der (mit Tests gemessene) fachliche Lernerfolg ist – zweifellos das Kerngeschäft der Schule. Legt man andere, ebenfalls wichtige Kompetenzen und Bildungsziele von Schule und Unterricht (z. B. Erwerb und Verbesserung sozialer Kompetenzen oder ästhetischer Kompetenzen, Lern- und Medienkompetenzen) zugrunde, dann ergeben sich andere Muster der Komponenten der U.

Referenzen und vertiefende Literatur

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