Validierung, kommunikative

 

(= k.V.) [engl. communicative validation; lat. communicare jemandem etwas mitteilen], syn. kollegiale Validierung, [FSE], in einer engen Fassung bedeutet k.V. die Diskussion der Interpretation von Daten während oder auch am Ende des Analyseprozesses mit den Pbn selbst in Hinblick auf deren Validität. In einer weiteren Fassung bedeutet k.V. – dann auch als kollegiale V. bezeichnet – die diskursive Reflexion der Ergebnisse mit anderen Forschern (Steinke, 1999). In einer noch weiteren Fassung stellt die k.V. vor dem Hintergrund des Problems des Fremdverstehens eine fortlaufende Ressource der Qualitätssicherung der Erkenntnisprozesse in einem Forschungsprojekt dar, in dem die Selektivität und Subjektivität der Erkenntnisprozeduren eines Forschers über den k. Austausch und die diskursive Einbettung der einzelnen Forschungsschritte – i.S.v. Forscher-Triangulation – reflexiv kontrolliert werden (Prinzip der Reflexivität). Hierdurch werden die in der qualitativen Sozialforschung zentralen Probleme des Fremdverstehens und der Indexikalität menschlicher Sprache und Kommunikation methodologisch und forschungspraktisch berücksichtigt bzw. kontrolliert. In diesem Zusammenhang führen im Konzept der «meth. Kontrolle des Fremdverstehens» (Schütze et al., 1973) versch. Verfahrensansätze, Strategien und Techniken zus. Hierbei zeigt sich für die versch. Phasen des Forschungsprozesses, dass die meth. Kontrolle des Fremdverstehens mind. zwei Standbeine hat: (1) konkrete, systematische und regelgeleitete Verfahren – der Entwicklung der Erhebungsinstrumente (für qualitative (Leitfaden-)Interviews, Helfferich, 2009; Kruse, 2013), der Samplebildung (qualitative Fallauswahl), der Datenerhebung/-generierung und der Analyse der qual. Daten (dokumentarische Methode); (2) Forscher-Triangulation (Denzin, 1978) i. S. einer diskursiven Reflexion und V. der stets selektiven und subj. Erkenntnisvollzüge. Diese Forscher-Triangulation ist relevant in allen Forschungsphasen, insbes. aber in der Phase der Analyse der qual. Daten. Hier wird die Analysegruppe zu einer wichtigen Funktion k. bzw. kollegialer V. Dialog-Konsens-Methodik, Struktur-Lege-Techniken.

Referenzen und vertiefende Literatur

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