Varimin-Methode

 

syn. Varimin-Rotation, [FSE], eine von S. Ertel vorgeschlagene Methode der exploratorischen Faktorenanalyse, die als Gegenmodell zu den gängigen Rotationsverfahren zur Einfachstruktur entwickelt wurde. Während z. B. Varimax die Varianzen der quadrierten Ladungen zugunsten idealerweise nur eines Faktors je Variable maximiert, minimiert Varimin diese, was zu ihrer Abb. in einer Komplexstruktur führt. Ertel (2013) hat in einer Vielzahl von Analysen und Reanalysen realer Datensätze demonstriert, dass die den konkreten Variablen zugrunde liegenden latenten Dimensionen in einer Komplexstruktur eine der Realität angemessenere Deutung erlauben, als dieses mit initialen, unrotierten Lösungen oder in einer Rotation zur Einfachstruktur gelingt. Bellmann (2016) konnte für Ähnlichkeitsstudien auf der Basis künstlich erzeugter Datensätze zeigen, dass nur Varimin in der Lage war, die in den Experimenten angelegten latenten Faktoren eindeutig zu identifizieren. Welche mit empirischen Daten gewonnenen Kovarianzstrukturen mit dem Ziel einer Einfachstruktur, einer Komplexstruktur oder überhaupt rotiert werden sollten, lässt sich aufgrund eines fehlenden stat. Kriteriums a priori nicht entscheiden. Bei exploratorischen Faktorenanalysen ist daher eine vergleichende Untersuchung dieser Ansätze auf Basis vorgängiger inhaltlicher Annahmen erforderlich. Das Varimin-Programm ist über die URL [varimin.com] zus. mit umfangreichen weiteren Informationen verfügbar. Darüber hinaus ist es im Cran R package psych von Revelle implementiert.

Referenzen und vertiefende Literatur

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