Venlafaxin

 

(= V.) [engl. venlafaxine], [PHA], V. ist ein Antidepressivum aus der Klasse der selektiven Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI). V. und sein aktiver Metabolit O-Desmethylvenlafaxin (ODV) hemmen die neuronale Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme, zudem hemmt V. schwach die Dopamin-Wiederaufnahme. V. unterliegt einer erheblichen Metabolisierung, vor allem zum aktiven Metaboliten ODV. Die durchschnittlichen Eliminationshalbwertszeiten betragen 14–18 Stunden bei V. bzw. 10–17 Stunden bei ODV. Die Plasmaproteinbindung ist sehr gering und liegt bei nur 27% für V. bzw. 30% für ODV. ODV entsteht durch Metabolisierung via CYP2D6 und zu geringen Anteilen via CYP2C19. Via CYP3A4 entsteht der weniger aktive Metabolit N-Desmethylvenlafaxin (NDV). Zudem ist V. selbst ein schwacher Inhibitor von CYP2D6. Zugelassene Anwendungsgebiete von V. sind die Behandlung von depressiven Störungen (Depression, Depression, Psychopharmakotherapie), die Rezidivprophylaxe von rezidivierenden Depressionen, die Behandlung der generalisierten Angststörung (Angststörungen, Angststörungen, Psychopharmakotherapie), die Behandlung der sozialen Angststörung sowie die Behandlung der Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie. Die empfohlene Anfangsdosis beträgt für retardiertes V. 75 mg einmal täglich. Dosiserhöhungen bis zu einer maximalen Dosis von 375 mg/Tag können erforderlich sein. Genetische Unterschiede im Cytochromsystem (poor metabolizer, PM; extensive metabolizer, EM; ultrarapid metabolizer, UM) können Dosisanpassungen erforderlich machen und das Verhältnis der Muttersubstanz V. zum aktiven Metaboliten ODV verändern. Die Messung von Plasmakonzentrationen der sogenannten aktiven Fraktion, active moiety (Summe aus V. + ODV), hat sich als sinnvoll erwiesen. Ein therap. Referenzbereich für die aktive Fraktion zwischen 100 und 400 ng/ml gilt als gut etabliert. V. zählt zu den nichtsedierenden Antidepressiva mit einem breiten Indikationsspektrum. In der Regel entsteht keine Gewichtszunahme bei insgesamt guter Verträglichkeit. Ein dosisabhängiger Blutdruckanstieg ist möglich.