Verhalten

 

[engl. behavior], [KOG], ist ein Begriff der Alltagssprache. Dort bez. er üblicherweise jede Form motorischer Aktivität (Motorik) der Skelettmuskulatur eines Organismus. Verhalten ist entspr. als efferent innervierte Muskelaktivität obj. Überprüfung zugänglich. Hierzu gehören auch Laut- und Sprachäußerungen (Sprache), nicht jedoch Reflexe, Drüsensekretionen (Drüsen), humorale Ausschüttungen (Hormone, Immunsystem), unwillkürliche vasomotorische Aktivitäten wie Niesen oder Weinen und auch keine Urteile und Entscheidungen von Individuen, die sich in keiner motorischen Aktivität niederschlagen. In der Ps. wird Verhalten manchmal mit menschlichen Reaktionen schlechthin – unwillkürliche, humorale, vasomotorische und mentale eingeschlossen – gleichgesetzt. Verhalten mit mentalen Konzepten wie Werthaltungen (Werte), Einstellungen und Erwartungen i. R. von klass. psychol. Verhaltenstheorien zu erklären, ist nur mit einem Verhaltenskriterium sinnvoll, das nachweislich auch auf eine Intention des Akteurs zurückgeht. Diese logisch-axiomatische Verknüpfung von Intention und Verhalten stellt nach Werner Greve ein weitgehend ignoriertes, fundamentales Problem klass. psychol. Verhaltenserklärung mittels mentaler Konzepte dar. Wenn intentionales Verhalten nämlich nur über das Erfragen von Intentionen festgestellt werden kann, ist die Rückführung von intentionalem Verhalten auf Intentionen und damit letztlich auf mentale Konzepte empirisch trivial. Das Campbell-Paradigma stellt einen bislang einzigartigen Versuch dar, intentionales Verhalten zu messen, ohne explizit nach der Intention von Akteuren zu fragen. Behaviorismus, Verhaltensebene.

Referenzen und vertiefende Literatur

Sie sind schon registriert? Zur Anmeldung
Erstellen Sie einen Account um das komplette Literaturverzeichnis einzusehen.