Verschuldung

 

(= V.) [engl. debt], [KOG, WIR], ist gekennzeichnet durch die Unfähigkeit oder den Unwillen eines Schuldners, seine Schulden oder einen Teil davon zum vereinbarten Zeitpunkt bei seinem Gläubiger zu begleichen. In Abgrenzung zum ökonomischen Verständnis des Begriffs liegt somit keine V. vor, solange ein Kreditnehmer den Kredit stets fristgerecht bedient. Besteht der Zahlungsverzug auch langfristig, spricht man von Überschuldung. Die Aufnahme von Schulden (etwa i. R. von Krediten, Ratenkäufen oder Kreditkartennutzung; Kaufverhalten und Zahlungssysteme) ist ein vielschichtiger Prozess, in dem situationelle (z. B. Verfügbarkeit), personelle (z. B. Einstellungen, mentale Buchführung) und gesellschaftliche (z. B. Akzeptanz von Schulden) Faktoren relevant sind (Kamleitner et al., 2012). Auslöser von V. sind meist plötzliche Veränderungen im Einkommen (z. B. durch Arbeitslosigkeit), Trennung (Scheidung bzw. der Tod des Partners), aber auch Erkrankungen und Suchtverhalten (Sucht, Glücksspielsucht). Neben überwiegend ökonomischen Faktoren wird V. begünstigt durch versch. psychol. Faktoren wie geringes finanzielles Wissen, materialistische Einstellungen und niedrigen Belohnungsaufschub (Sparverhalten). Während Konsumentenkredite in den meisten Fällen fristgerecht zurückgezahlt werden, besteht ein Zusammenhang zw. V. und reger Kreditkartennutzung sowie ungünstigen Verhaltensweisen im Geldmanagement (z. B. Lea et al., 1995). Teilweise bestehen neg. Rückkopplungen, da Personen mit finanziellen Problemen auf Geldquellen mit schlechteren Konditionen und höheren Zinsen angewiesen sind (z. B. private Geldverleiher, Pfandleihen). Ps. Konsequenzen von V. sind erhöhter Stress, schlechtere Gesundheit, Auftreten psych. Störungen sowie Konflikte in der Partnerschaft.

Referenzen und vertiefende Literatur

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