visuelle Suche

 

(= v.S.) [engl. visual search], [KOG, WA], ein exp. Paradigma zur Untersuchung von Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsprozessen bei der S. nach Zielreizen in unterschiedlich komplexen Reizanordnungen. In der Standardversion bietet man der Vp ein statisches Display mit mehreren Reizen dar und sie soll entscheiden, ob das Display einen vorher definierten Zielreiz enthält, und ihre Entscheidung per Tastendruck mitteilen. Wichtige unabhängige Variablen bei der v.S. sind (1) die An- oder Abwesenheit des Zielreizes, (2) die Anzahl der irrelevanten Reize bzw. Distraktoren (sog. display size oder set size), (3) die Eigenschaften der Distraktoren (z. B. homo- oder heterogen) sowie (4) das Suchkriterium (Merkmals- oder Konjunktionssuche). Die abhängige Variable ist die Reaktionszeit bis zur Entscheidung, wobei meist die Steigung der S.funktion (Reaktionszeit als Funktion der display size) analysiert wird. Bei der Merkmalssuche sind die S.funktionen i. d. R. recht flach; man spricht von effizienter Suche, die wenig Aufmerksamkeit benötigt. Bei der Merkmalssuche mit homogenen Distraktoren springt der Zielreiz oft förmlich ins Auge (Pop-out-Effekt). Bei der Konjunktionssuche steigen die Reaktionszeiten dagegen mit jedem zusätzlichen Reiz im Display um einen signifikanten Betrag an, hier wird von einem Aufmerksamkeit benötigenden (seriellen) S.prozess ausgegangen. Wichtige Theorien zur v. S. sind die Merkmalsintegrationstheorie (feature-integration theory) und die Theorie der geführten S. (guided-search theory). Wahrnehmung, präattentive.

Referenzen und vertiefende Literatur

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