Vortioxetin

 

(= V.), [PHA], V. ist seit Ende 2013 in der EU zugelassen und in Dt. seit Mai 2015 unter dem Handelsnamen Brintellix® (Firma Lundbeck) für die Behandlung von Erwachsenen mit einer Major Depression verfügbar. Der Wirkungsmechanismus von V. beinhaltet eine Hemmung des Serotonin-(5-HT)-Transporters und eine Modulation der serotonergen Rezeptoraktivität. Präklin. Daten zeigen, dass V. ein 5-HT3-, 5-HT7- und 5-HT1D-Rezeptorantagonist, ein partieller Agonist an 5-HT1B-Rezeptoren sowie ein 5-HT1A-Rezeptoragonist ist. Dadurch wird eine komplexe Modulation der Neurotransmission in versch. Systemen (Serotonin-, wahrscheinlich aber auch im Norepinephrin-, Dopamin-, Histamin-, Acetycholin- sowie GABAergen und glutamatergen System) angenommen. In Tierstudien wurden, neben antidepressiven und anxiolytischen Effekten, auch prokogn. Effekte gefunden. Brintellix® ist in Tabletten- und Tropfenform verfügbar. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei 10 mg (Minimum: 5 mg, Maximum 20 mg). Es wird eine Behandlungsdauer von mind. 6 Monaten empfohlen. V. wird nach oraler Gabe langsam, aber gut resorbiert und erreicht innerhalb von 7 bis 11 Std. die max. Plasmakonzentration. Die mittlere Eliminationshalbwertszeit beträgt 66 Std. Die Metabolisierung erfolgt extensiv über die Leber, primär über CYP2D6 und in geringerem Ausmaß über CYP3A4/5 und CYP2C9. V. darf nicht mit Monoaminooxidase-Hemmern kombiniert werden. In der Fachinformation warnt der Hersteller vor dem Risiko des Auftretens von Suizid-Gedanken, selbstschädigendem Verhalten und suizidbezogenen Ereignissen sowie vor der Entstehung eines Serotonin-Syndroms oder eines malignen neuroleptischen Syndroms. Des Weiteren wird vor erhöhter Blutungsgefahr, insbes. bei gleichzeitiger Einnahme von Antikoagulanzien und nicht steroidalen Antirheumatika [NSAR] sowie vor der Entstehung einer Hyponatriämie gewarnt. Relevante Wechselwirkungen mit der Gefahr eines unkontrollierten Spiegelanstiegs sind bei gleichzeitiger Verabreichung von CYP2D6-Inhibitoren (z. B. Bupropion, Chinidin, Fluoxetin, Paroxetin) zu erwarten. Hingegen können Cytochrom-P450-Induktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin) zu einer erniedrigten Plasmakonzentration führen. V. zeigt ein relativ günstiges Nebenwirkungsprofil. Am häufigsten werden gastrointestinale Nebenwirkungen (z. B. Übelkeit, Diarrhö, Obstipation, Erbrechen) sowie verminderter Appetit, Schwindel, Pruritus, nächtliche Schweißausbrüche und Hitzegefühl beobachtet. Sexuelle Funktionsstörungen wurden lediglich bei der Einnahme der Höchstdosis (20 mg/d) beschrieben.

Verwendete Literatur

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