Vulnerabilitäts-Stress-Modell

 

(= V.) [lat. vulnerare verletzen], syn. Diathese-Stress-Modell, [GES, KLI], ein Modell der Entstehung psychischer Störungen, das annimmt, dass die Kombination (1) der Vulnerablität einer Person (indiv. – insbes. biol. oder genetische Dispositionen oder biografische Faktoren – und soziale Faktoren) und (2) Stressereignisse (z. B. Lebensereignisse, kritische, Stress) die Bedingungen für die Genese psych. Störungen darstellen. Psychol. Faktoren (z. B. Resilienz, Coping, soziale Unterstützung) und entwicklungsbezogene Faktoren (z. B. Bindung, Impulskontrolle) beeinflussen als modifizierende Variablen die Merkmale der psych. Störung sowie deren akute und Langzeitfolgen (s. Abb.). Sowohl biol., genetische oder biografische Faktoren als auch Stressbelastungen stellen nach dem V. notwendige, jedoch keine hinreichenden Bedingungen für die Genese dar: Belastende Ereignisse führen nur dann mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zu Störungen, wenn Vulnerabilität vorliegt.

Verwendete Literatur

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