Wahnhafte Störung

 

(= w.S.) [engl. delusional disorder], [KLI], bez. eine psych. Störung in der Kategorie der psychotischen Störungen (Psychose), die dadurch gekennzeichnet ist, dass die betroffene Person über mind. einen Monat nach DSM-IV, mind. drei Monate nach ICD-10 (Klassifikation psychischer Störungen; s. Anhang I, F22) Wahnphänomene bezogen auf Situationen erlebt, die in der Realität auftreten können (also kein bizarrer Wahn), z. B. aus der Ferne geliebt zu werden, vom Ehepartner betrogen zu werden oder eine Krankheit zu haben. Die Leistungsfähigkeit der Person ist abgesehen von den primären und sekundären Auswirkungen des Wahns nicht wesentlich beeinträchtigt, und ihr Verhalten ist nicht auffallend seltsam oder bizarr. Eine Schizophrenie, eine schizophreniforme Störung, eine affektive Störung mit psychotischen Merkmalen oder die Verursachung durch einen med. Krankheitsfaktor oder eine Substanz muss für die Diagnose ausgeschlossen werden. Hinsichtlich des vorherrschenden Wahns wird zw. Liebeswahn, Größenwahn, Eifersuchtswahn, Verfolgungswahn, körperbezogenem Wahn und gemischtem Wahn (mehrere Wahnformen) unterschieden. Am häufigsten ist der Verfolgungswahn. Der Verlauf der Störung ist variabel. Ca. 0,03% der Bevölkerung sind von einer w. S. betroffen. Sowohl eine genetische Disposition als auch sensorische Einschränkungen und ungünstige Umweltfaktoren können als verursachend angesehen werden.

Verwendete Literatur

Sie sind schon registriert? Zur Anmeldung
Erstellen Sie einen Account um das komplette Literaturverzeichnis einzusehen.