Wahrnehmung

 

(= W.), syn. Perzeption [engl. perception; lat. percipere erfassen, wahrnehmen], [WA], s. auch Gebietsüberblick «Wahrnehmungspsychologie». Vorgang und Ergebnis der Reizverarbeitung. Das Ergebnis ist ein Abbild obj.-realer Umwelt und der eigenen Person (Innenwelt). W. ist der aktuelle und anschauliche Teil des Erkenntnisprozesses und der Erkenntnis (Erkenntnistheorie) und schließt in diesem erweiterten Sinne auch Vorstellungen, Vergegenwärtigtes und Nachbilder ein. Prozesse und Ergebnisse sowie Modelle und Theorien der W. sind Gegenstände der Wahrnehmungsps. Der Begriff W. ist unscharf definiert. Traditionell wird W. gegen Empfindung abgegrenzt, wobei Empfindungen als «Elemente» der W. verstanden wurden; diese Unterscheidung wird heute allenfalls noch i. S. von «einfacher» und «komplexer» W. verwendet. I. d. R. ist W. bewusst (Bewusstsein) und an Erleben gebunden; der Begriff wird allerdings auch i. w. S. verwendet, sodass unbewusste W. möglich ist. Eine dritte Unschärfe schließlich besteht in der Abgrenzung gegen Denken und Einflüsse von Gedächtnisinhalten und Persönlichkeitsmerkmalen, etwa in der sozialen Wahrnehmung; die Verarbeitung eines Reizes kann sich weit von diesem entfernen – es kommen z. B. Interpretationen und Bewertungen hinzu, und die «Grenze der Wahrnehmung» auf diesem Kontinuum wird unterschiedlich gelegt.