Wahrnehmungsstörung, zentrale

 

(= z.W.) [engl. central perceptual disorder], [BIO, WA], ist eine Störung der zerebralen Verarbeitung von Reizen (Gehirn). Sensorische Defizite, die auf eine Schädigung oder Funktionsbeeinträchtigung der Sinnesorgane oder sensorischer Bahnen bis zum Gehirn zurückzuführen sind, zählen nicht dazu. Die Störungen können sehr umfänglich sein (z. B. zentrale Taubheit bzw. Blindheit) oder sehr selektiv ganz spezif. Wahrnehmungsleistungen betreffen (z. B. Störungen des Erkennens und Reproduzierens von Melodien und Harmonien = Amusie bzw. Störungen des Gesichtererkennens = Prosopagnosie). Ausmaß und Selektivität der Beeinträchtigung hängen vom Ausmaß und Ort der zerebralen Schädigung ab. Es werden hauptsächlich visuelle (u. a. globale Störungen des Sehens, Gesichtsfeldstörungen, zerebrale Amblyopie, Störungen des Sehens von Farbe und von Bewegung, visuelle Agnosie), auditorische (u. a. Worttaubheit, auditorische Agnosie) und somatosensible Wahrnehmungsstörungen genannt. Störungen komplexerer Wahrnehmungsformen sind bspw. die Raumwahrnehmung und Zeitwahrnehmung.