workplace learning

 

(= w. l.) [engl. workplace Arbeitsplatz, learning Lernen], [AO, KOG], wird als eine Form des Lernens (Lernen, Lernforschung) beschrieben, bei der Erfahrungsbildung, Wissenserwerb oder Verhaltensmodifikation entweder direkt im Arbeitsprozess oder durch Lernaktivitäten im Umfeld der Arbeit stattfinden (Sonntag & Stegmaier, 2007). W. l. geschieht in Organisationen auf vielfältige Art und Weise: durch die Bearbeitung anregender und abwechslungsreicher Aufgabenstellungen; durch das gemeinsame Bewältigen von Problemen in Arbeitsgruppen; durch das Beobachten erfolgskritischer Verhaltensweisen erfahrener Kollegen und Vorgesetzter; durch Wissensvermittlung in realen oder computergestützten simulierten Anwendungskontexten. Beim w. l. lassen sich theoretisch zwei Komponenten von Lernprozessen unterscheiden. Die arbeitsstrukturale Komponente betrifft die Lernpotenziale unmittelbar in der Arbeit. Als lernrelevante Dimensionen der Arbeit wurden in empirischen Untersuchungen u. a. identifiziert: Problemhaltigkeit, Handlungsspielraum, Abwechslungsreichtum, Vollständigkeit der Handlung, soziale Unterstützung (Arbeitsgestaltung). Interventionen betreffen die Gestaltung der Arbeitsstruktur bspw. durch job enrichment, job rotation, Einrichtung von Projektgruppen. Der Lernzuwachs erfolgt implizit bei der Arbeitsausführung. Die instruktionale Komponente umfasst die Lerntätigkeit in arbeitsbezogenen Umgebungen. Ziel ist die Vermeidung sog. trägen Wissens (inert knowledge) und die Erhöhung des Transfers. Konstruiert auf der Basis vorangegangener Anforderungsanalysen werden arbeitsbezogene Lernumgebungen didaktisch-meth. gestaltet. Häufig verwendete Interventionsansätze sind computergestützte Trainings, Simulationen und Behavior-modeling-Konzepte. Der Lernzuwachs geschieht explizit durch päd.-psychol. Intervention. Für w. l. stellen Arbeitsaufgaben, -inhalte und -anforderungen einen zentralen Bezugspunkt für die Gestaltung der Lernprozesse dar. Vielfältige Entwicklungen in Gesellschaft, Beruf und Arbeitswelt unterstreichen zunehmend die Attraktivität von Konzepten des w. l.

Referenzen und vertiefende Literatur

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